Marktspiegel Schiefer 2003

Traditionelles Naturprodukt fit für die Zukunft

Vorwort:

Das traditionsreiche Bauprodukt Schiefer für Dach und Wand erlebte in den letzten Jahrzehnten im europäischen Markt eine eindrucksvolle Renaissance. Die Schieferindustrie blickt mit Optimismus in die Zukunft. Wir zeigen Ihnen die Marktentwicklung.

Am Anfang... war das Schieferdach

Gespaltene Natur-Steine auf dem Dach und darunter besonders Dachschiefer sind mit die ältesten Bedachungsprodukte überhaupt. Sie wurden schon in der Steinzeit zur Konstruktion von "Nur-Dach-Häusern" (Häuser ohne Wände, nur mit Dach) verwendet. Verkürzt könnte man sagen: Am Anfang - noch vor dem Wohnhaus - war das Dach und am Anfang des Daches war auch das Schieferdach!

Die Römer verlegten den Dachschiefer erstmals in geschlossenem Verband und hielten dabei feste Verlegeregeln ein. Solche römischen Schieferdächer sind aus dem Rhein- und Moselgebiet - beispielsweise in Xanten, Mayen, Koblenz - in Südengland und Wales und in Norditalien überliefert und waren dort regional genauso verbreitet wie die römischen Ziegel.

Eine hohe Blüte erreichte dann das Schieferdecker-Handwerk im Mittelalter, wo spezielle hoch angesehene Leiendeckerzünfte, etwa in Trier um 1100, Mayen, Goslar um 1300, Frankfurt a. M. 1352, Köln 1397, Lehesten 1648 und in vielen weiteren Städten bestanden. Besonders hochwertige Bauten und architektonisch aufwändige Dachformen wurden vorwiegend mit Schiefer gedeckt. Einfache Wohnbauten waren lange Zeit noch strohgedeckt bis die Brandschutzbestimmungen Strohdächer in den Städten verboten.

Die höchste Schieferverwendung in Europa wurde wohl im 19. Jahrhundert erreicht. Die Schwerpunkte der Produktion lagen damals in Großbritannien, Frankreich und Deutschland. In Deutschland wurde die höchste Produktion 1899 mit 150.000 to erreicht - davon ca. 100.000 im Westen und ca. 50.000 im Osten. Die Schieferindustrie besaß damals im Deutschen Reich über 3000 Beschäftigte.

Im 20. Jahrhundert und vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg verdrängten Industrieprodukte, insbesondere Asbestzement-Platten, das Naturprodukt Schiefer. Auch die zunehmende Einführung von Flachdach-Architektur ging zu Lasten der Schieferverwendung. Anfang der achtziger Jahre kam es zur Renaissance des Naturprodukts Schiefer. Die Gründe liegen in der Abkehr von Asbestzementprodukten, die zum Teil in den westeuropäischen Ländern verboten wurden, einem Bewusstsein zum ökologischen, gesunden Bauen, in der Entwicklung von preisgünstigeren Schieferformaten und nicht zuletzt in einem Umdenken der Architektur hin zum Schrägdach im Rahmen der Postmoderne. Das Marktvolumen in Deutschland konnte durch Rationalisierung, Modernisierung und nicht zuletzt Kosten- und Preissenkung wieder an frühere Marktzahlen anknüpfen, die heimische Produktion stabilisierte sich auf 10.000 bis 15.000 to pro Jahr.

Auf die Herkunft kommt es an

Man hat Schiefervorkommen schon frühzeitig Herkunftsnamen zugeordnet. Viele Herkunftsnamen wurden später zu Qualitätsbezeichnungen. Sie wurden mehrmals definitiv durch das Deutsche Dachdecker-Handwerk in Zusammenarbeit mit der Schieferindustrie festgelegt (zum Beispiel 1932 und 1968; auch veröffentlicht in der Zeitschrift "Das Dachdecker-Handwerk", DDH). Beispielsweise sind das bei den heute existierenden Produktionen, die im Schiefer-Fachverband (SVD) organisiert sind:

Diese Herkunftsnamen haben nicht immer etwas mit dem genauen Ort der Gewinnungsstätte zu tun, sondern sind über Jahrhunderte gewachsene Qualitätsbezeichnungen. So wird Moselschiefer nicht etwa an der Mosel gewonnen, sondern ist eine Bezeichnung für ausgewählte Gewinnungsstätten, die früher über die Mosel in alle Welt transportiert wurden, und Thüringer Schiefer wird bzw. wurde nicht im ganzen Land Thüringen gewonnen, sondern nur in Bereich Lehesten und Unterloquitz.

Neben den oben genannten Produktionen wird in Deutschland heute noch außerdem Sauerländer Schiefer (Namensbezeichnung: Fredeburger Schiefer®)  gewonnen.

Historische Herkunfts- bzw. Qualitätsbezeichnungen sind nicht nur in Deutschland üblich, sondern auch in anderen Ländern, so etwa in Spanien und Großbritannien, wo Schiefer aus Nordwales wie Festiniog oder Penrhyn unter den Namen der Verladehäfen Portmadoc (als Qualitätsbezeichnung), oder Bangor (Bangor Blue als Farbbezeichnung) vermarktet wurden.

Hintergrund dieser Besonderheiten ist der Umstand, dass Qualitäten bei diesem Naturprodukt sehr verschieden und infolge der geologischen Entstehung an jeder Stelle unterschiedlich sind. Kurz gesagt, man kann keinen Qualitätsschiefer produzieren, sondern man muss ihn finden (Suche der Vorkommen). Erst diese grundlegende Gesteinsqualität ist Voraussetzung überhaupt, mit einer angemessenen Fertigungs- und Verlegequalität dauerhafte Schieferdächer zu produzieren.

Die Bemühungen um eindeutige Herkunftsbezeichnungen gehen übrigens auch in der heutigen Zeit weiter. So ist z. B. in einer Europäischen Norm EN 12440 "Naturstein - Kriterien zur Bezeichnung" der Versuch gemacht worden, Herkunfts- und damit Qualitäts-Namen zu definieren. So sind allein 17 Schiefer-Herkunftsbezeichnungen aus Spanien in dieser Norm aufgeführt. Im deutschen Markt werden dafür z. B. die Bezeichnungen Aminsa®, Assulo®,  und InterSIN® verwendet. Zur besseren Unterscheidung der Herkunfts-Gewinnungsstätten wird hinter dem jeweiligen Begriff noch ein Nummerncode aufgeführt.

Bleibt noch darauf hinzuweisen, dass solche Marken-, Herkunfts- und Qualitäts-Bezeichnungen sicherlich besser durch das Wettbewerbsrecht geschützt werden können als durch solche Europäische Normen.

Der Schiefermarkt ist europäisch

Die weltweite Schieferproduktion erfolgt zu weit über neunzig Prozent in Europa und wird dort auch zum überwiegenden Teil verwendet (vgl. Abb. 1). In den letzten vierzig Jahren hat sich, was den Schiefer betrifft, ein europäischer Binnenmarkt entwickelt mit einer ganz überwiegenden Produktion in Nordwest-Spanien. Daneben finden noch größere Produktionen in Frankreich, Großbritannien und Deutschland statt. Ost-Europa spielt als Schiefermarkt noch eine untergeordnete Rolle, verzeichnet jedoch auf diesem niedrigen Niveau deutliche Zuwächse. Nationale Produktionsstatistiken werden meist in Gewichtseinheiten angefertigt und unterscheiden zum Teil nicht, ob es sich um die Produktion von dünn gespaltenem Dach- und Wandschiefer, oder um Produktion von Schiefer-Bodenplatten oder gar Schiefer-Gesteinskörnungen beziehungsweise Haldenverwertung handelt. Auch die unterschiedlichen Spaltdicken in den einzelnen Märkten verhindern Vergleichsanalysen. Es erfolgt auch nicht unwesentlich ein Umweghandel von beispielsweise spanischem Schiefer über ein Nachbarland in ein Drittland usw. Aus diesem Grunde können offizielle Marktanalysen nur sehr schwierig erarbeitet werden.

Bei den in diesem Marktspiegel vorgelegten Marktzahlen handelt es sich um Detail-Ermittlungen der Rathscheck-Marktforschung und Schätzungen, die auf Quadratmeter eingedeckte Dachfläche umgerechnet sind, um vernünftige Marktvergleiche zu ermöglichen.

Nach solchen Ermittlungen ist der europäische Schiefermarkt von knapp 8 Mio. qm (Dachfläche) im Jahr 1975 auf über 26 Mio. qm im Jahr 2000 kräftig gestiegen (vgl. Abb. 2).

Im Jahr 2003 war Frankreich mit 43 % der mit Abstand größte Schiefer-Verwendungsmarkt. Deutschland und Spanien stehen mit 17 bzw. 18 % praktisch gemeinsam auf Nr. 2. Während 1999 Deutschland knapp vor dem expandierenden Markt Spanien lag, zeichnet sich in 2000 bis 2003 die umgekehrte Reihenfolge ab. Danach folgen Großbritannien mit 11 % und Benelux mit 7 % des Marktes (Abb. 3).

Die Marktsituation nach Nachfragesektoren ist in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich. In Deutschland überwiegt der Anwendungsbereich Renovierung / Sanierung mit über sechzig Prozent, danach spielt mit unter 25 Prozent der Neubau und mit unter 15 % die Denkmalpflege eine vergleichsweise nachgeordnete Rolle (Abb. 9). Nach Deckarten kann man ein exklusives und dekoratives Marktsegment mit circa 27 Prozent und ein preiswertes Marktsegment von 73 Prozent unterscheiden. Preiswerte Deckarten sind beispielsweise Bogenschnitt- und Universal-Deckungen (zum Beispiel 25 x 25 und 30 x 30 cm), während exklusive oder dekorative Deckarten von der Altdeutschen Deckung über die Schuppen-Schablonendeckung bis hin zu verschiedenen Ornamentdeckungen gehen.

 

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Abbildung 1: Weltmarkt 2003
(Quelle: Marktstudien Rathscheck Schiefer und Dach-Systeme KG)

 

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Abbildung 2: Entwicklung des Dach- und Wandschiefermarktes
(Quelle: wie vor)

 

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Abbildung 3: Der europäische Dachschiefermarkt im Jahre 2003
(Quelle: wie vor)

 

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Abbildung 4
(Quelle: wie vor)

In den letzten Jahrzehnten hat sich die eingedeckte Schiefer-Dachfläche in Europa vervielfacht (in den letzten zwanzig Jahren in Deutschland verzehnfacht), wobei allerdings vor allem früher klassische Marktsegmente zurückgewonnen wurden. Die Zeit dieser dramatischen Steigerungsraten wird sich allerdings nicht fortsetzen. Während es 2001 in Deutschland einen moderaten Marktrückgang gab, verzeichnet man 2002 und 2003 wieder leichte Zuwächse. Mittelfristig sind Zuwachsraten zu erwarten, die trotz der anhaltenden Baukrise voraussichtlich um die fünf Prozent pro Jahr (sowohl europaweit als auch in Deutschland) liegen werden.

Mit ganz wenigen Ausnahmen ist der Schieferpreis in den letzten zehn Jahren günstiger geworden. Aufgrund von komplexen Gesamtentwicklungen im europäischen Schiefermarkt steigt jetzt der Materialpreis um wenige Prozente, dies je nach Modell und Format unterschiedlich. Mit moderaten Preisanpassungen ist auch in Zukunft zu rechnen, wobei die wichtigsten Formate immer noch preisgünstiger als noch vor einem Jahrzehnt und damit konkurrenzfähig bleiben. Trotz der preisgünstigen modernen Schiefer-Deckarten und der Mechanisierung und Produktionsmodernisierung wird Schiefer nach wie vor ein lohnintensives Produkt bleiben, so wie es auch das Dachdecker-Handwerk insbesondere bei der Schieferverlegung ist und bleibt. Schieferdeckungen sind somit ein zukunftsträchtiges Betätigungsfeld für Dachdecker-Fachbetriebe.

Normen, Produktdaten, Kennwerte und Anforderungen

Traditionell gibt es in Europa in den verschiedenen Ländern höchst unterschiedliche Schieferdeckarten, die auch zu unterschiedlichen Anforderungen geführt haben. Am auffälligsten sind die Unterschiede in der Spaltdicke und den Formaten. Während in Frankreich Rechteck-Deckungen in relativ dünnen Spaltdicken (durchschnittlich drei Millimeter) mit einer geklammerten Verlegung üblich sind, kennt Großbritannien die genagelte Rechteck-Deckung nur in dicken Spaltstärken (fünf Millimeter, regional darüber) und in größeren Formaten (zum Beispiel 50 x 25 cm). In Mitteleuropa herrschen dagegen die deutschen Deckarten, wie zum Beispiel Altdeutsche, Schuppen-Schablonen- oder Bogenschnitt- bzw. Universaldeckung mit einer je nach Dachneigung vorgeschriebenen Gebindesteigung vor, und zwar in einer Durchschnittsspaltdicke von fünf Millimeter (vier bis 6 Millimeter).

Die 1933 erarbeiteten Normen für Dachschiefer (zum Beispiel DIN 52201 ff.) wurden im Juni 1999 zurückgezogen und durch das Europäische Normenwerk DIN EN 12326 Teil 1 und 2 ersetzt. Das Normenpaket wird 2004 als harmonisierte Norm, das heißt als baurechtlich verbindliche Anforderungen nach dem Bauproduktengesetz vorliegen.

Die großen nationalen und regionalen Unterschiede, etwa bei der Spaltdicke, werden durch das neue Normenwerk nicht vereinheitlicht. Es bestehen nach wie vor für die verschiedenen Märkte Besonderheiten. Die Europäische Norm begnügt sich mit absoluten Mindestanforderungen.

Für den deutschen Markt ist wegen besserer Übersichtlichkeit ein Produktdatenblatt als Anhang der Regeln für Dachdeckungen mit Schiefer erarbeitet worden, das die doch recht komplizierten und unübersichtlichen europäischen Regeln zusammenfasst:

Neu ist die Erhöhung der Spaltdicke, wenn der Schiefer mehr als 5 % Gewichtsprozent Kalk (CaCO3) enthält und/oder nicht ausreichend säurefest ist. Auch der Kohlenstoffgehalt darf 2 % nicht übersteigen. Soweit Erzminerale im Gestein vorhanden sind, müssen diese stabil sein, oder es müssen entsprechende Regeln zusätzlich eingehalten werden (die Norm gibt hier 3 "Codes", T1 bis T3, je nach Testergebnissen vor).

Schiefer gilt als frostbeständig, wenn die Wasseraufnahme bei 0,6 Gewichtsprozent liegt (ansonsten muss der Frostsicherheitsnachweis mit einem 100-fachen Frost-Tau-Wechseltest erfolgen). Im Übrigen gelten die Materialwerte und Eigenschaften: nicht brennbar (Klasse A gem. DIN 4102, europäische Klasse A1); die Biegefestigkeit beträgt meist ca. 40 - 80 N/mm2 (getrocknet). Liegt die charakteristische Biegefestigkeit unter 40 N/mm2 so sind bei größeren Schieferformaten Spaltdicken- Erhöhungen vorzusehen.

Schiefer ist ein Naturstein, welcher, bedingt durch sein besonderes mikroskopisches Glimmergefüge, in dünne Platten gespalten werden kann, die sich zur überlappenden Dachdeckung eignen. Es sind dies in der Regel reine Ton- und Siltschiefer, die aus sehr verwitterungsbeständigen Bestandteilen (Mineralien) bestehen. Bis auf die oben erwähnten weniger verwitterungsfesten Bestandteile (Kalk, Kohlenstoff, oxidierbare Erze) ist der Mineralbestand des Schiefers, insbesondere dessen vorherrschende Bestandteile, die Blatt- beziehungsweise Phyllosilikate, außerordentlich haltbar.

Wegen der Komplexität der Materie helfen im Zweifelsfall Prüfzertifikate nach der neuen Norm DIN EN 12326 nicht in jedem Falle weiter, denn diese Norm war einerseits ein Kompromiss zwischen vielen nationalen Ausschüssen mit ihren widerstreitigen Interessen, und alle relevanten Kriterien können alleine prüftechnisch nicht nachvollzogen werden. Empirische Kriterien sind häufig mindestens komplementär hinzuzuziehen. Daher bleibt Schieferkauf trotz all solcher Bemühungen eine Vertrauenssache. Es ist die Aufgabe seriöser Anbieter, geeignete Gesteinsqualitäten auszuwählen.

Neben den ökologisch völlig unproblematischen Inhaltsstoffen führt die vom Energieaufwand sehr positive Gewinnung und Fertigung zu einer den meisten Bedachungs- und Baustoffen überlegenden Ökobilanz.

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Dachschiefer ist nicht nur ein Naturprodukt, sondern darüber hinaus besitzt er noch wertvolle Inhaltsstoffe und kann ohne Probleme nach einer langjährigen Nutzung als Bodenverbesserer, Gesteinskörnung usw. verwendet werden.

Qualitätsschiefer gelten als sehr haltbares Bedachungsprodukt, was in der Amerikanischen Schiefernorm (ASTM C406/1958) besonders herausgestellt wird: "Schiefer wird normalerweise als die beständigste Art von Dachdeckung angesehen, und wenn er richtig ausgewählt und richtig verlegt wurde, so kann er der dauerhafteste Teil des Gebäudes sein."

Schieferdach immer noch innovativ

Der mitteleuropäische Markt zählt über 250 unterschiedliche Formate, die regional zum Teil eine sehr lange Tradition haben. Sie tragen auch den natürlichen Gegebenheiten der Schiefervorkommen Rechnung, die keine unbegrenzten Möglichkeiten bei Schieferformaten haben. Insofern gibt es nur vereinzelt Neuentwicklungen zu beispielsweise uniformeren Schieferformaten oder größeren Abmessungen, mit unterschiedlichem Erfolg.

Ähnlich verhält sich dies auch bei den traditionellen Befestigungsmitteln Nägel, Stifte und Haken. Sowohl bei den Formaten als auch bei den Befestigungsmitteln sind Vereinfachungen und Automatisierungsversuche für den Handwerker nur dann von Erfolg gekrönt, wenn sie fachregelgerecht sind oder andere einschlägige Anforderungen erfüllen, dem Dachdecker-Handwerk Vorteile bieten, einfach zu handhaben sind und es sich um eine Investition handelt, die sich kurzfristig amortisiert. So liefert beispielsweise der Schiefer-Marktführer die Befestigungsmittel und das Werkzeug für eine neuartige Schraubtechnik.

Andere Innovationen betreffen die modernen Entwicklungen auf dem Dach. So wurden in ein Schieferdach integrierbare Photovoltaikelementefür die Bogenschnitt- bzw. Universaldeckung entwickelt.

Ein besonderes Aufsparren-Dämmelement, das speziell für Schieferdächer entwickelt wurde, genügt den Anforderungen der Energieeinsparverordnung und auch für andere kleinformatige Deckungen geeignet. So können das traditionelle Naturprodukt Schiefer und die mit ihm gedeckten Dächer auch den modernen Entwicklungen nicht nur folgen sondern auch diese vorantreiben und ihren festen Platz im Bedachungsmarkt sichern.

Immer wieder wird gefordert, dass Schiefer seine traditionellen Eigenschaften, Formate und Deckarten behält und es nicht zu Vereinfachungen und uniformeren Gestaltungen kommt. Bei aller Tradition ist jedoch notwendig, immer wieder Methoden zu entwickeln, um die Arbeit des Dachdeckers vor Ort zu vereinfachen. Ein neuester Schritt ist die Umstellung des größten Teils der Altdeutsch-Produktion in Deutschland auf eine Höhensortierung. Dies erspart dem Dachdecker vor Ort eine Nachsortierung der Altdeutschen Decksteine, so wie sie noch bis vor kurzem notwendig war.

Im Zeitalter der Globalisierung und des Internets sind auch für die anspruchsvollen Schieferdächer und Verlegetechniken in Vertrieb und Service neue Methoden notwendig. Besondere Planungsunterlagen und Programme, angefangen vom E-Consulting und E-Service bis hin zur speziellen Beratung des Bauherren, können neuerdings im Internet angeboten werden. Hierbei ist insbesondere der Schieferplaner zu erwähnen, der Interessenten kostenfrei zur Verfügung steht.

Moderne Architektur und Neue Medien erobern Tradition mit Zukunft!

 

Literatur:

HOPPEN, E. A. (2000): Schiefer, natürlicher Baustoff für Kenner und Könner.—  2. überarbeitete Aufl., 51 S., Köln (R. Müller)

HOPPEN, E. A. & WAGNER, W. (2001): Marktspiegel: Schiefertradition fit für die Zukunft.— Das Dachdecker-Handwerk, DDH 18/2001, S. 10-20, Köln.

HOPPEN, E. A. & WAGNER, W. (2002): Marktspiegel Schiefer: Traditionelles Naturprodukt fit für die Zukunft.— Schriftenreihe Schiefer-Fachverband in Deutschland e.V., Band 8/2002, S. 4-11, Trier (Kliomedia).

 

 
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